8 goals 4 future
           Acht Ziele für die Zukunft der Welt
Sitemap   Kinder
Schwerpunkt
Zur Startseite

Die Millenniums-Entwicklungsziele

Entwicklungszusammenarbeit
Ausgewählte Partnerländer/Länder des Südens
Projekte in Partnerländern/Ländern des Südens

Hilf mit, die 8 Entwicklungsziele der UNO Wirklichkeit werden zu lassen!

Didaktische Tipps und Materialien
Dein Feedback
bm:ukkFotos
 
ECO HIMAL
 
Education Highway
      
Acht Ziele für die Welt

Die Millenniums-Entwicklungsziele

Weltnachrichten 04/2003

Im September 2000 trat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN) zusammen, um die wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu erörtern. In der abschließenden Millenniumserklärung wurde die Globalisierung als eines der wichtigsten gegenwärtigen Themen hervorgehoben. Die VN-Mitgliedsländer bekannten sich in dieser Erklärung zu konkreten Millenniums-Entwicklungszielen, die dazu beitragen sollen, dass Globalisierung schlussendlich allen Menschen Vorteile bringt. Um diese konkreten Ziele erreichen zu können, müssen auf nationaler und internationaler Ebene Prioritäten gesetzt werden.

Seit dem Jahr 2000 setzt die internationale Entwicklungszusammenarbeit wieder verstärkt auf ihren ureigensten Anspruch: die Bekämpfung der Armut. Anlass dazu gaben die zum Teil enttäuschenden Ergebnisse einer Überprüfung der Programme in den späten 90er Jahren. Dabei zeigten sich – wenn überhaupt – nur geringe Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger- und Mangelernährung, der Schaffung von Einkommen und eines Angebots an sozialen Dienstleistungen wie auch bei der stärkeren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe der armen Bevölkerung. In den vergangenen Jahren sammelten Partnerländer, Weltbank und VN-Organisationen verschiedenste Daten, führten Erhebungen durch und werteten sie aus, um das Phänomen „Armut“ besser zu verstehen.

Auf Basis dieser Erkenntnisse setzen die Millenniums- Entwicklungsziele der Vereinten Nationen konkrete Schwerpunkte, um die extreme Armut zu reduzieren. Die meisten dieser Ziele sind nicht neu. Sie sind unter anderem in den Aktionsplänen der verschiedenen Weltkonferenzen enthalten. In diesem Sinn dienen die Millenniums-Entwicklungsziele einmal mehr als Orientierungsrahmen für Strategien, Programme und für die bessere Koordination der internationalen Zusammenarbeit.

Reformen auf internationaler Ebene

Die allgemeine Schulbildung schreibt das 2. Ziel fest.
Foto: kulturgut.reportagen/ÖEZA

Um die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen, sind grundlegende Reformen und enorme Anstrengungen in den Entwicklungsländern wie auch auf internationaler Ebene gefordert. Schließlich geht es um ein gemeinsames Bemühen, die Globalisierung gerecht, sozial und ökologisch zu gestalten. So müssen beispielsweise die bestehenden internationalen Finanzund Handelssysteme (HIPC-Initiative und Doha-Runde der WTO) neu ausgerichtet, die Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit (Monterrey – Erklärung) verbessert und die nachhaltige Entwicklung (Aktionsplan von Johannesburg) sichergestellt werden.

Durch neue Herausforderungen, Ideen und Instrumente hat sich das Arbeitsspektrum der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in den letzten Jahren sehr verbreitert. Neben qualitativen und quantitativen Verbesserungen steht nun auch die stärkere Fokussierung auf jene Bevölkerungsteile, die vom Phänomen „Entwicklung“ bisher kaum oder gar nicht profitiert haben, im Vordergrund. In Südasien sind dies mehr als ein Drittel und in Afrika südlich der Sahara etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung, was weit über den Kreis der so genannten „Ärmsten der Armen“ hinausgeht. Etwa 70% dieser Menschen – in der Mehrzahl Frauen – leben nach wie vor im ländlichen Raum und sind von der Landwirtschaft abhängig. Besonders auffällig sind in vielen Ländern die enormen regionalen und lokalen Unterschiede im Wohlstandsgefälle und in der Verteilung der Ressourcen. Dieses Gefälle auszutarieren, ist einer der Ansatzpunkte der Entwicklungszusammenarbeit.

Viele Geberländer sind gerade dabei, die Armutsbekämpfung in den gesamten Prozess der Politikgestaltung, Planung, Entscheidungsfindung, Umsetzung und Evaluierung zu integrieren. Durch dieses Mainstreaming muss sich jedes Konzept und Vorhaben ausdrücklich mit diesem Thema auseinandersetzen und die Frage beantworten, ob und in welcher Weise die angestrebten Ziele und Wirkungen der Programme einen Beitrag zur Minderung der Armut im Sinne der Millenniumsziele leisten.

Ausrichtung Österreichs

Ziel 3 fordert die Gleichheit der Geschlechter und
die Ermächtigung der Frauen, Foto: G: Stachel

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit hat seit der letzten Prüfung durch das Entwicklungshilfekomitee (DAC) der OECD im Jahr 2000 armutsrelevante Kriterien zu verbindlichen Leitlinien der Programmpolitik erklärt. Dazu gehören: die Auswahl der ärmsten Länder als bevorzugte Partner (davon befinden sich 70% in ausgewählten Schlüsselregionen), die Schwerpunktsetzung auf besonders bedürftige Regionen und Distrikte, die Unterstützung von Dezentralisierungsprozessen, die Konzentration auf Sektoren mit unmittelbarer Auswirkung für Arme und die Förderung strukturell besonders benachteiligter Zielgruppen, insbesondere von Frauen und Kindern. Die DAC-Richtlinien zur Armutsbekämpfung sollen ein weiterer verbindlicher Orientierungsrahmen für sämtliche Maßnahmen der ÖEZA sein. In diesem Zusammenhang wurde ein Fragebogen ausgearbeitet, mit dessen Hilfe ein Großteil der Projekte in einen systematischen Bezug zu den Entwicklungszielen, den Schwerpunkten der Armutsbekämpfungsstrategien des jeweiligen Partnerlandes und den Kriterien des DAC gesetzt wird. Dadurch könnte die Armutsrelevanz eines Programms besser dokumentiert und bewertet werden. Genaue Zuständigkeiten, Abläufe und Kommunikationslinien sind noch zu definieren, um die Programmarbeit der ÖEZA im Außenministerium, die Projektdurchführung der Austrian Development Agency und die Arbeit der Koordinationsbüros vor Ort noch besser auf die Millenniums-Entwicklungsziele abstimmen zu können.

Armut hat viele Dimensionen

Senkung der Kindersterblichkeit und Verbesserung der
Gesundheit von Müttern werden mit den Zielen 4 und 5 verfolgt.
Foto: kulturgut.reportagen/ÖEZA

Armut ist ein multidimensionales Problem. Es erfordert Aktivitäten in vielen Bereichen, wie etwa Ernährung, Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, die Schaffung von Einkommen, politische und wirtschaftliche Partizipation. Nur mit umfassenden, ganzheitlichen Strategien über die Grenzen der einzelnen Sektoren, Regionen und sozialen Gruppen hinweg kann den verschiedenen Dimensionen dieses Problems begegnet werden. Nachhaltige Ergebnisse sind nur zu erzielen, wenn systematische und abgestimmte Maßnahmen gesetzt werden, die von multidisziplinären Teams mit einem breiten Spektrum an Fachkompetenz erarbeitet werden.

Die Millenniums-Entwicklungsziele werden oft dafür kritisiert, dass sie nur einen schmalen Ausschnitt des Aktionsradius der Entwicklungszusammenarbeit repräsentieren, unrealistisch seien oder sich auf zu eng gefasste Indikatoren beziehen. Andererseits bieten sie die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen und sich an einem verbindlichen Referenzsystem auszurichten. Eine stärkere Zielgruppenorientierung und eine Analyse der realen Probleme armer Bevölkerungsgruppen stellen bleibende Herausforderungen dar. Mit ihren spezifischen Schwerpunktsetzungen verfügt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit jedoch auch aus internationaler Sicht bereits über eine gute Basis für eine weitere Ausrichtung auf die Millenniums-Entwicklungsziele.

Quelle: Weltnachrichten 04/2003

  Druckansicht in einem neuen Fenster öffnen
  www.8goals4future.at - Impressum - Kontakt: Elisabeth Mackner, Astrid Leeb(c) 2007 eduhi Education Highway  


Sitemap Entwicklungspolitisches Glossar im PDF-Format