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Podcast
  Kursinfo
  Kapitel 1 - Guided Tour
  Kapitel 2 - GSK/PB
  Kapitel 3 - GW
       Schritt 1
       Schritt 2
       Schritt 3
       Schritt 4
  Kapitel 4 - BU
  Kapitel 5 - BE
  Kapitel 6 - R
  Abschlussarbeit

Schritt 1: Methoden

Globales Lernen braucht offene Konzepte & Methodenvielfalt
In vielerlei Hinsicht grenzüberschreitende Unterrichtsthemen brauchen eine über kognitive Lernziele hinausgehende ganzheitliche, partizipatorische, handlungsorientierte und interdisziplinäre Unterrichtspraxis. Nur so kann das Ziel erreicht werden, Phänomene in ihrer Komplexität und ihrer globale Dimensionen erkennen zu können.

Auswahl und Kombination der Methoden hat sich an der jeweiligen Gruppengröße und Lernsituation, den vorhandenen Ressourcen sowie den Lehr- und Lernzielen zu orientieren. In diesem Kapitel bekommen Sie folglich Bausteine für den Unterricht, Anregungen. Mit diesen Unterrichtsbausteinen wollen wir Sie dabei unterstützen, mit 8goals4Future einen auf Ihre konkrete Situation hin optimal zugeschnittenen Unterricht zu gestalten. Sie sind eingeladen, diese Unterrichtsvorschläge auszuprobieren, zu adaptieren, zu variieren oder einfach weiter zu entwickeln.

Politische Bildung und Demokratie Bildung sind die Voraussetzung dafür, dass Individuen persönlich, zivilgesellschaftlich und sozial an der Gesellschaft wie am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben. Es gilt bei den Lernenden die Überzeugung  zu wecken, dass sich Demokratie nicht in einem (innerlich unbeteiligten) Einhalten ihrer Spielregeln erschöpft, sondern ein hohes Maß an Engagement erfordert.  Den Formen der Entscheidungsfindung kommt dabei eine potentiell prägende Wirkung zu.

Für die Praxis heißt das:

  • Aktivierende Methoden, die eine Selbständigkeit der Lernenden fördern und vorhandene Motivationsdefizite ausgleichen. Es geht darum Politik zu üben und nicht ausschließlich „politische Systeme zu lernen“.

  • Partizipation und die unmittelbaren Folgen von Entscheidungen für die Lernenden erfahrbar machen. Die sozialen Erfahrungen, die während der Lernprozesse gemacht werden sind mindestens ebenso wesentlich wie die Lerninhalte selbst.
    Für die Politische Bildung ist die Vorstellung zentral, dass Lernen auf Erfahrung und Einsicht beruht. Wissen und Theorie stehen immer in Zusammenhang mit einer möglichen Aktivität, mit einer Praxis. Daher ist bei der Vermittlung von Lerninhalten auf die Förderung des Erlebens demokratischer Grundeinstellungen und Verhaltensweisen im Alltag zu achten. Im Unterricht ist ein Schwerpunkt auf partizipatorische Methoden zu legen. Jugendliche sind in möglichst viele Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Dialog, Gespräche,  partnerschaftliche Umgangsformen zwischen Lehrenden und Lernenden sind wesentlich. Das Nebeneinander von verschiedenen Wertvorstellungen und Meinungen zuzulassen, macht das Wesen der Demokratie aus.

  • Kommunikations- und Rezeptionsgewohnheiten Geben Sie den Lernenden Freiraum und nehmen Sie Bezug auf deren Lebenswelten. Lassen Sie anhand der vorhandenen Ressourcen z.B. über die Art der Präsentation entscheiden (z.B.: PowerPoint-Präsentation, Referat, Plakat, Wandzeitung, Zeitungsprojekt, Podcast/Radiobeitrag, Web 2.0, szenische Darstellung, Collage...)

  • Umgang mit Ressourcen
    Legen Sie die Rahmenbedingungen für das Arbeiten/Lernen gemeinsam fest. Es sind Organisationsplanung, Zeitrahmen und Kriterien (z.B. Umgang mit Quellen) zu vereinbaren. Behalten sie Ihre Ressourcen wie die der Lernenden im Auge.

  • Feedback & (Selbst-)Reflexion
    Für das Ausklingen und den Ausstieg aus dem jeweiligen Thema ist ausreichend Zeit einzuplanen. Schaffen Sie eine Atmosphäre, die es erlaubt die Erfahrungen der Lernenden anzusprechen. Dabei geht es einerseits um die Sachinhalte, andererseits aber auch um die Prozesse, die stattgefunden haben:
    Wie ist mit den Vorgaben umgegangen worden? Wie war die Beteiligung der einzelnen Gruppenmitglieder? Wie war die Zusammenarbeit?
    Bereiten Sie Reflexionsfragen vor, aber achten Sie darauf, dass Jugendliche nicht gedrängt werden sehr persönliche Dinge preiszugeben. Gehen Sie mit einem guten Beispiel voran und erzählen Sie als Lehrende/r offen, was während der Arbeit in Ihnen vorgegangen ist.

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Tipp
Die ÖGUT bietet für alle, die sich näher für Beteiligungsprozesse interessieren, „Das Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung“
(u.a. mit Checklisten und Methoden-Tipps) zum Download an
Unterrichtsministerium Webseite des Außenministeriums zu den Milleniumszielen Zur Webseite von 8goals4future